Vortrag
Date
Mon, 4.5.2026
Time: 18
Location
Liechtensteinisches
LandesMuseum
Price
Freier Eintritt

Tatort Museum

Es ist tiefe Nacht in einer deutschen Gemeinde. Kurz vor ein Uhr morgens fallen plötzlich und kaum bemerkt Telefonie und Internet für ca. 13.000 Haushalte aus. Auch sämtliche Systeme, die etwaige Alarme an Sicherheitsfirmen übertragen, sind davon betroffen. Später stellt sich heraus: Dies war nur die Vorbereitung für einen atemberaubenden Coup. Etwa eine Stunde später stiegen Einbrecher in das örtliche archäologische Museum ein und stehlen in nur neun Minuten einen berühmten Goldschatz, bestehend aus fast 500 antiken Goldmünzen und einem Goldgusskuchen. Auch vier Jahre nach dem spektakulären Raub fehlt vom Grossteil der Beute jede Spur –vermutlich wird das auch so bleiben.

Diese Art von Verbrechen ist mittlerweile keine Seltenheit mehr. Der Diebstahl der Saliera in Wien, der im wahrsten Sinne des Wortes explosive Einbruch in das kulturhistorische Museum in Assen, der Raub des Much-Gemäldes «Der Schrei» aus einem Osloer Museum oder auch der Raub von Kulturgütern aus dem Louvre, all dies sind Beispiele dafür, mit welcher Dreistigkeit, penibler Planung und leider auch Gewaltbereitschaft solche Taten begangen werden. Museen scheinen ein leichteres Ziel zu sein. Die Hintergründe sind nur selten zielgerichtete Aufträge, oft geht es mittlerweile um den materiellen Wert der Kulturgüter. Vor der Zerstörung der oft Jahrhunderte alten Gegenstände wird dabei nicht zurückgeschreckt. Damit sind diese für das kulturelle Erbe der Menschheit so bedeutenden Werke für immer verloren.

Erster Kriminalhauptkommissar Christian Klein ist Leiter des Kunst- und Kulturgutdelikte Bereichs beim Bayerischen Landeskriminalamt. In dieser Tätigkeit war dieser von Beginn der Ermittlungen zum beschriebenen Fall involviert. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe Kulturgüterschutz Konkret, durchgeführt durch das Liechtensteinische Landesmuseum und die Fachstelle Kulturgüterschutz im Amt für Kultur, reist Christian Klein nach Liechtenstein. Exklusiv schildert er in einem etwa eineinhalbstündigen Vortrag spannende Details zum Tathergang, zu dessen polizeilichen Aufarbeitung und gewährt den ein oder andern Einblick in seine Arbeit.