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Sonderausstellung

Codex Liechtenstein (Hortus botanicus)

29.11.2003 – 29.2.2004
LandesMuseum
 
 Sonderausstellung im Landesmuseum vom 29. November 2003 bis 29. Februar 2004
 
 

 

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Der vierzehnbändige "Liber regni vegetabilis" (Buch des Pflanzenreichs), im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts geschaffen, enthält die naturgetreue Darstellung von etwa 3100 verschiedenen Pflanzenarten. Fast drei Jahrzehnte lang trugen Spezialisten die natürliche Pflanzenwelt Niederösterreichs und Mährens, die kultivierten Nutz- und Zierpflanzen und die Blütenpracht in den Gewächshäusern zusammen, um sie im Bild festzuhalten.

Norbert Boccius (1729–1806), Mitglied des Ordens der Barmherzigen Brüder und Wundarzt in Feldsberg – also mitten in den fürstlich-liechtensteinischen Besitztümern in Mähren ansässig – schuf zusammen mit Pflanzenmalern ein Florilegium, den "Codex Liechtenstein". Über die Hälfte der Wasserfarbenmalereien stammt von den Brüdern Joseph, Franz und Ferdinand Bauer, die zu den berühmtesten Pflanzenmalern zählen. Ferdinand Bauer gilt als der "Leonardo der naturwissenschaftlichen Illustration". Das Werk enthält auch Titelblätter, Landschaften und Gartenansichten.

Fürst Alois I. von Liechtenstein wird im Zusammenhang mit dem Codex erstmals im Jahre 1799 genannt, als ihm die ersten zwölf Bände übergeben wurden. Es gibt jedoch keine Hinweise auf eine Beteiligung des Fürsten oder anderer Mitglieder des Hauses Liechtenstein an der Entstehung des Werkes. Jedoch erwarb er das Prunkstück für die Fideikommissbibliothek.

Zur Eröffnung des Landesmuseums konnte erstmals eine schöne Auswahl von Blättern öffentlich ausgestellt werden. In seltener Schönheit und ausserordentlicher Detailgenauigkeit zeigten sie gewissermassen einen Strauss aus einem "Garten für die Ewigkeit".