schliessen

Sammlung und Wissenschaft

Sammlungstätigkeit und wissenschaftliches Arbeiten

Das Sammeln gehört zu den Kernaufgaben eines Museums. Denn mit der Erfüllung dieser Aufgabe werden Zeugnisse der kulturellen Vergangenheit und Gegenwart bewahrt. Kommende Generationen erhalten so die Möglichkeit der Begegnung und der Auseinandersetzung mit ihren Vorfahren und mit der Geschichte ihres Landes. Besuchern und allen Interessierten kann ein Blick auf Liechtensteins Vergangenheit und Gegenwart geboten werden. 


„Vereinigung von Ill und Rhein“ von Johann Ludwig (Louis) Bleuler (1792–1850). Gouache über Radierung, um 1820/30. 

Münze 20 Franken in Gold. Ausgegeben 1930 zum Regierungsantritt von Fürst Franz I. von Liechtenstein (1853–1938) im Jahr 1929. Stempelschneider: Ludwig Hujer (1872–1968). Münzstätte: Bern. Auf dem Avers ist ein Brustbild des Fürsten im Malteserordenskleid mit der Ordenskette des Goldenen Vlieses nach rechts zu sehen, auf dem Revers das gekrönte Wappen des Hauses Liechtenstein bzw. des Fürstentums Liechtenstein zwischen Lorbeerzweigen.

Brief mit Stempel von Vaduz vom 29. Februar 1916 und ersten liechtensteinischen Briefmarken von 1912. Entwurf von Koloman Moser, Stich von Ferdinand Schirnböck. Der Brief ist mit zwei der ersten drei liechtensteinischen Briefmarken von 1912 frankiert, und zwar mit 20 25-Heller-Briefmarken und einer 5-Heller-Marke.

Das Liechtensteinische Landesmuseum ist eine der wichtigsten kulturellen Bewahrungsinstitutionen des Fürstentums Liechtenstein und hat einen staatlichen Auftrag zum Sammeln. Bezeichnenderweise beginnt die Geschichte des Landesmuseums mit dem Sammeln. 1893 nahm der damalige Landesverweser (Regierungschef) Friedrich Stellwag von Carion die staatliche Sammlungstätigkeit auf, um die Basis für die Ausstellung eines geplanten Museums zu schaffen.


Ei mit der Darstellung von Schloss Vaduz, der Burg Liechtenstein (Mödling bei Wien) und – auf der Rückseite – dem liechtensteinischen Staatswappen. Ausgeblasenes Schwanenei bemalt mit Temperafarben. Eleonore Winkler, 1986.

Appenzeller Schrank. Eintüriger, dreiteiliger Schrank aus massivem Nadelholz, bemalt. Scharniere, Knauf auf Schild sowie Schild für das Schlüsselloch aus Messingblech. Die Malereien stammen von Conrad Stark (1769–1817), sie zeigen u. a. das Dorf Gonten in Appenzell Innerrhoden sowie ein Paar in der damaligen Appenzeller Tracht. Hergestellt 1806. Der Schrank wurde von Egon Rheinberger (1870–1936) erworben und diente als Teil der Ausstattung der Burg Gutenberg. 

Karte des Fürstentums Liechtenstein von Johann Sebastian Gerster (1833–1918). Papier, Farb-Lithographie, 1894. Dies war die die erste farbig gedruckte Karte mit Liechtenstein im Zentrum, sie wurde auch für den Schulunterricht verwendet. 

Aufgrund seiner langen Sammlungsgeschichte und weil das Liechtensteinische Landesmuseum ein Mehrspartenmuseum ist, verfügt es über eine vielfältige und einzigartige Sammlung mit unterschiedlichsten Bereichen. Diese dokumentieren die Geschichte, Kunst, Kultur, das Brauchtum, die Industrie, Natur, Umwelt und Philatelie des Landes in seinen vielfältigen Bezügen Einbindung zu seinen Nachbarn und Ländern. Die Exponate stammen aus Liechtenstein, viele auch aus dem Ausland. Dazu kommen Exponate, die keinen direkten Bezug zum Land Liechtenstein haben, aber eine Verbindung zum Fürstenhaus in seiner Geschichte illustrieren. Des Weiteren gibt es dank diverser Käufe und Schenkungen auch Sammlungsbestände, die sich aus der Person des Verkaufenden oder Schenkenden erklären.

Stitzenkanne aus Zinn mit dem Stadtzeichen von Chur und dem Meisterzeichen von Mathaeus Bauer II. (1751–1804). Hergestellt 1789.

Grosse Kastenkrippe. Holz, Glas, Karton, Wachs, Maisstroh, Stoffe, Zierband, Papiere, Goldfolie, Glitter, Metalldraht, Stroh, künstliche Pflanzen, Kunststofftiere. Aus einer Kirche im Bregenzerwald, um 1850. Dargestellt ist der Besuch der Heiligen Drei Könige bei der Heiligen Familie im Stall von Bethlehem.