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Dauerausstellung Bäuerliches WohnMuseum

Willkommen in einem rund 500 Jahre alten Bauernhaus, einem der letzten in dieser nachhaltigen Bauweise im Alpenraum erstellten. Anhand seiner Einrichtung erfahren Sie, wie man um 1900 in Liechtenstein lebte.

Im Bäuerlichen WohnMuseum in Schellenberg erhalten Sie Einblicke in das lange Zeit prägende, einfache Leben in Liechtenstein. Das über 500 Jahre alte Bauernhaus hat mehrmals mit seinen Besitzern den Standort gewechselt.

Als „Biedermann-Haus“ erinnert das Gebäude des Bäuerlichen WohnMuseums an den letzten privaten Besitzer des Hauses, die Familie Biedermann, die es über 150 Jahre bewohnte. An seiner Konstruktion und Raumaufteilung können Sie die spätmittelalterliche Bau- und Wirtschaftsweise im Gebiet des heutigen Liechtenstein erkennen.

Mobiler Blockbau aus dem Jahr 1518

Durch die starken Umbrüche in der Entwicklung Liechtensteins im 20. Jahrhundert sind vergleichsweise wenige historische Gebäude erhalten geblieben. Das 1518 errichtete Gebäude des Bäuerlichen Wohnmuseums hat daher einen besonderen Stel-lenwert für die Landesgeschichte.

Seine Blockbauweise war lange Zeit charakteristisch für weite Teile des Alpenraums. Darüber hinaus gehörte das Wohn- und Wirtschaftsgebäude gemäss damaligem Recht zur «Fahrhabe» und damit zum Eigentum des Bauern, der ein Grundstück pachtete. Übernahm er eine neue Pacht, konnte das Haus zerlegt und am neuen Standort wiedererrichtet werden. So ist das 1518 errichtete Biedermann-Haus 1687 und 1793/94 übersiedelt worden. 1992/93 wurde es an den heutigen Standort verlegt und 1993 unter Denkmalschutz gestellt. Der Wohnraumblock wurde auf einem gemauerten Kellergeschoss errichtet. Er bestand aus der Küche, die ursprünglich bis zum First offen war, aus Stube und Nebenstube sowie aus zwei Kammern in der zweiten Etage.

Die zerlegbare Konstruktion und die wiederholte Verlegung haben das Verschwinden dieses Haustyps gefördert. Das Gebäude des Bäuerlichen WohnMuseums ist eines der wenigen im gesamten Alpenraum, die erhalten geblieben sind.

Die Balken des Hauses werden mit Pflöcken und Nägeln aus Holz fixiert.

Zur Isolierung des Hauses wurden Moose und Flechten verwendet. 

Bäuerliches WohnMuseum

Liechtenstein in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts: erste Zeichen des wirtschaftlichen Wandels

Lange Zeit war Liechtenstein ein bäuerlich geprägtes Land mit bescheidenem Lebensstandard für seine Bewohner. So waren noch bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts viele von ihnen auf Saisonarbeit im Ausland angewiesen – oder sie wanderten sogar aus. Doch es gab ab der zweiten Hälfte des 19, Jahrhunderts auch erste Zeichen eines wirtschaftlichen Wandels: Die Rheinregulierung reduzierte die Schäden durch die wiederkehrenden Überschwemmungen, mehr fruchtbare Flächen wurden so dauerhaft nutzbar. Ab 1860 entstanden zudem Industriebetriebe, die vielen Liechtensteinerinnen und Liechtensteinern neue Möglichkeiten für ein regelmässiges Einkommen boten. Der grosse wirtschaftliche Aufschwung in Liechtenstein, der zu Veränderungen in allen Lebensbereichen führte, setzte aber erst nach 1945 ein.

Impression aus dem Bäuerlichen WohnMuseum

Das Elternschlafzimmer

Impression aus dem Bäuerlichen WohnMuseum