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Vortrag

Sixtus von Bourbon-Parma – Schlüsselfigur in geheimdiplomatischer Mission

14.10.2020 – 14.10.2020
18:00-20:00
LandesMuseum

Der Historische Verein für das Fürstentum Liechtenstein und das Liechtensteinische LandesMuseum laden zum Vortrag ein. Dr. Jörg Stäheli referiert zum Thema Sixtus von Bourbon-Parma – Schlüsselfigur in geheimdiplomatischer Mission.
Für den Besuch der Veranstaltung ist eine Anmeldung nötig. Aufgrund der Corona-Schutzmassnahmen ist die Platzzahl begrenzt.
Aula Freiwilliges 10. Schuljahr, Giessenstrasse 7, 9490 Vaduz
Anmeldungen info@landesmueum.li, +423 239 68 20 und info@historischerverein.li, +423 392 17 47

Sixtus von Bourbon-Parma, ein Bruder der österreichischen Kaiserin Zita, kam 1886 auf Schloss Wartegg bei Staad am Bodensee zur Welt, besuchte das Gymnasium Stella Matutina in Feldkirch und studierte Rechtswissenschaften an der Sorbonne in Paris. Im Ersten Weltkrieg (1914–1918) verhandelte er im Jahre 1917 für Frankreich in einem von Kaiser Karl I. von Österreich initiali-sierten, streng geheimen Friedensvermittlungsversuch zwischen den Kriegs-gegnern Frankreich aus der Entente und Österreich-Ungarn aus den Mittel-mächten. Während die Gespräche mit einem Geheimkurier des Kaisers zu-nächst in der Schweiz stattfanden, drängte der Kaiser im späteren Verlauf auf ein persönliches Treffen in Wien. Dabei galt es, Sixtus aus der Schweiz via Liechtenstein heimlich über die streng bewachte Grenze nach Österreich zu bringen, wofür der Feldkircher Grenzschutzkommandant Oberstleutnant Ru-dolf Lucke zusammen mit dem liechtensteinischen Landesverweser Leopold von Imhof einen abenteuerlichen Coup ausheckte. Gegensätzliche Erwartun-gen und mangelnde Kompromissbereitschaft führten Monate später zum Scheitern des Friedensvermittlungsversuchs und als im April 1918 die gehei-men Papiere publik wurden, kam es zur folgenschweren Sixtus-Affäre.
Der multimediale Vortrag ist eine Art Biografie über Sixtus von Bourbon-Parma, mit einem Schwerpunkt auf der Schlüsselrolle, welche er im geheimen Friedensvermittlungsversuch spielte.
Der Referent, Dr. Jörg Stäheli, ist in Horn am Bodensee aufgewachsen, studierte Chemie, promovierte in Managementwissenschaften und schloss nach seiner Pensionierung ein Studium in Kulturmanagement ab. Heute lebt er im Ruhestand in Lugano (CH) und präsentiert als Geschichtsvermittler regelmässig Themen zur Geschichte der Habsburger. Er ist Mitglied im ‹Austria Club Tessin›. Der Vortrag ist Teil einer vom Historischen Verein für das Fürstentum Liechtenstein und dem Liechtensteinischen LandesMuseum gemeinsam durchgeführten Vortragsreihe.