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Sonderausstellung

«Gegrüsset seist du, Maria» – Weihnachten im Landesmuseum

29.11.2015 – 6.1.2016
LandesMuseum
«Gegrüsset seist du, Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir.» Diese Worte sprach der Erzengel Gabriel, als er Maria ihre Schwangerschaft und die Geburt Jesu verkündete. Als vorausgehendes Ereignis verweist die frohe Botschaft auf das Weihnachtsfest am 25. Dezember. Der Verkündigung an Maria – Ausdruck der Hoffnung auf das kommende Heil – kommt seit frühester Zeit grosse Bedeutung zu. Als eines der ältesten Feste der Christen wird dieses in der Ostkirche schon im 5. Jahrhundert als
Verkündigung der Gottesgebärerin
gefeiert. Im 7. Jahrhundert wird das Hochfest von der Westkirche übernommen und, in Bezug auf die Festlegung des Weihnachtsfestes am 25. Dezember, auf den 25. März datiert. Seit der Liturgiereform 1969 wird das ehemalige Marienfest als Herrenfest
Verkündigung des Herrn
begangen. Ein weiterer Mariengedenktag und gleichsam der Abschluss der weihnachtlichen Feste wird mit
Mariä Lichtmess
am 2. Februar gefeiert. An einigen Orten bleiben Krippe und Weihnachtsbaum daher bis zu diesem Fest aufgestellt.


In der Ausstellung sind Mariendarstellungen in sogenannten Wachs- und Klosterarbeiten aus der Sammlung Herbert Bühler zu sehen. Diese kunsthandwerklichen Kostbarkeiten aus dem Alpenraum –Schweiz, Bayern und Österreich – erfuhren im 18. und 19. Jahrhundert eine grosse Verbreitung. Die liebevoll gestalteten Arbeiten wurden ursprünglich wohl vorwiegend von Nonnen in Klöstern zur privaten Andacht gefertigt. Ausserhalb der Klöster stellte die mit den Bienenprodukten Honig und Wachs arbeitende Berufsgruppe der Lebzelter und Wachszieher (Lebkuchen- und Kerzenhersteller) die volkstümlichen Werke her. Dank ihrer grossen Beliebtheit blieb diese Bildgattung trotz zunehmender industrieller Fertigungsmöglichkeiten bis ins frühe 20. Jahrhundert als Handwerkskunst bestehen.


Auch die Liechtensteiner Weihnachtsbriefmarken der vergangenen Jahrzehnte zeigen häufig Mariendarstellungen. Für die Weihnachtsbriefmarken werden – neben der freien künstlerischen Umsetzungen der Weihnachtsgeschichte – immer wieder Maria geweihte Kirchen und Kapellen in Liechtenstein als Motive gewählt. Aber auch marianische Ausstattungselemente wie Altäre, Skulpturen, Glasfenster, Wand- und Deckengemälde finden ihren Weg auf die Liechtensteiner Weihnachtsbriefmarken. Sie alle belegen, welch grosse Bedeutung Maria im Laufe der Zeit erlangte.


Abgerundet wird die Ausstellung durch einen historisch geschmückten Weihnachtsbaum aus der Sammlung von Dr. Hanna Novotny. Und natürlich darf ein historischer Gabentisch nicht fehlen.



     
VERKÜNDIGUNG KÄSTCHEN
2. Hälfte 18. Jahrhundert
© Liechtensteinisches Landesmuseum, Foto Sven Beham
  MARIA MIT KIND WACHSRODEL
© Liechtensteinisches Landesmuseum, Foto Sven Beham
     
GLASSTURZ
HEILIGE MARIA MIT KIND
© Liechtensteinisches Landesmuseum, Foto Sven Beham
  GNADENBILDES VON MARIA PLAIN BEI SALZBURG
KLOSTERARBEIT
1. Hälfte 18. Jahrhundert
© Liechtensteinisches Landesmuseum, Foto Sven Beham