Schatzkammer Liechtenstein


Am 31. März 2015 wurde das im Alpengebiet einzigartige neue Museum „Schatzkammer Liechtenstein“ für das Publikum eröffnet. Die Schatzkammer zeigt vor allem einmalige Schätze aus fürstlichem und anderem Besitz. 

Dank der Grosszügigkeit der fürstlichen Familie ist in der Schatzkammer eine kleine repräsentative Auswahl ihrer Kostbarkeiten zu bewundern. Mit über 800-jähriger Tradition entstammen die Liechtensteins nicht nur einer der ältesten Herrscherfamilien der Welt, sondern können ebenfalls auf eine der weltweit ältesten und kontinuierlich erweiterten Sammlungen zurückblicken. Schon seit über 400 Jahren wird Aussergewöhnliches zusammengetragen, die Gemälde alter Meister und die Waffensammlung sind weltberühmt. Eine repräsentative Auswahl von Kostbarkeiten der fürstlichen Sammlungen wie Kunstwerke aus wertvollen Materialien, historische Prunkwaffen, Jagdbesteck und repräsentative Geschenke von Königen und Kaisern wie Friedrich II. dem Grossen und Kaiser Joseph II. an die Fürsten werden präsentiert.

Neben Besonderheiten der fürstlichen Sammlungen werden Schätze des Liechtensteiners Adulf Peter Goop (1921-2011) gezeigt, der seine bedeutende Sammlung am 9. Juni 2010 dem Land schenkte. Sie zeichnet sich vor allem durch die berühmte Ostereiersammlung aus, die in ihrer Vielfalt die international umfangreichste der Welt ist. Besonders herausragend ist die Fülle an russischen Ostereiern aus der Zarenzeit, wohl die beste Zusammenstellung ausserhalb Russlands. Neben dem berühmten „Apfelblütenei“ von Karl Fabergé können weitere wertvolle mit Edelsteinen besetzte goldene Ostereier von Fabergé und anderen berühmten Goldschmieden wie Pawel Akimowitsch Owtschinnikow und Alexander Edvard Tillander bewundert werden. Auch fehlen die edlen goldenen und silbernen Ostereier mit besonderen Emailverzierungen nicht. Des Weiteren werden aussergewöhnliche Ostereier aus Porzellan und Glas der kaiserlichen Manufakturen präsentiert, darunter die sog. Zaren und Zarinnen-Eier, die das Herrscherpaar jedes Jahr in einer sehr limitierten Auflage herstellen hat lassen, um sie an Ostern wichtigen Persönlichkeiten zu schenken.

Zusätzlich werden aus der ehemaligen Sammlung Adulf Peter Goop eine Auswahl der sog. um 1820/1830 gemalten „Rheinreise“ von Johann Ludwig (Louis) Bleuler (1792-1850) ausgestellt. Von den ehemals 80 Originalgouachen, die den Rhein von den Quellen bis zur Mündung porträtieren, konnte Adulf Peter Goop im Laufe seines Lebens 77 Stück erwerben. Diese Originalgouachen dienten als Vorbild, um daraus die bekannten Stiche herzustellen, die im 19. Jahrhundert insbesondere bei Touristen sehr beliebt waren.

Einen nächsten Höhepunkt bilden die Mondgesteine der Apollo-11- und Apollo-17-Mission sowie die Liechtensteiner Fahnen, die bei dieser ersten und letzten bemannten Mondlandung mit auf dem Mond waren. Das Land erhielt dieses Privileg als Dank für die Besorgung der Schutzbemantelung der Raketen durch die damalige auf Vakuumtechnik spezialisierte Liechtensteiner Balzers AG.

Natürlich fehlt auch nicht der Entwurf für die erste Briefmarke von Liechtenstein durch den berühmten Künstler Koloman Moser, dem Mitbegründer der Wiener Sezession und der Wiener Werkstätten.

 

     
Replik des Fürstenhuts für Fürst Karl von Liechtenstein (1569-1627).
Ehemals aus Gold, 26 Perlen, 30 grosse und 99 kleine Diamanten, 16 Rubine. Frankfurt am Main/Prag, 1626.
Meister Daniel de Briers.
Diese Replik wurde Fürst Franz Josef II. zum 40jährigen Regierungsjubiläum 1978 geschenkt.
© LIECHTENSTEIN. The Princely Collections, Vaduz–Vienna.
  „Apfelblüten-Ei“ von Fabergé.
Gold, Diamanten, Nephrit, Email.
St. Petersburg, 1901.
Meister Michail Jewlampijewitsch Perchin.
© Liechtensteinisches Landesmuseum, Foto Sven Beham
     
     
Originalentwurf der 2-Heller-Marke von Koloman Moser mit Porträt von Fürst Johann II. von Liechtenstein (nicht ausgeführt), 1912
© Liechtensteinisches Landesmuseum, Foto Sven Beham
  Vier Steinchen vom Mond.
Liechtensteiner Fahne, die auf dem Mond war.
Apollo 11, 1969.
© Liechtensteinisches Landesmuseum, Foto Sven Beham
     
     
„Ansicht von Vaduz“ von Johann Ludwig (Louis) Bleuler.
Gouache. Um 1820/1830.
© Liechtensteinisches Landesmuseum, Foto Sven Beham
  „Rheinfall bei Schaffhausen“ von Johann Ludwig (Louis) Bleuler. Gouache.Um 1820/1830. 
 © Liechtensteinisches Landesmuseum, Foto Sven Beham
     
     
 Radschlosspistolen
Gold, Stahl, vergoldet; Holz mit Beineinlagen.
Bad Mergentheim, um 1590.
Meister Wolf Lucz.
© LIECHTENSTEIN. The Princely Collections, Vaduz–Vienna, Inv.-Nr. WA 142 und WA 143
  Olympische Götterversammlung. Elfenbein. Wien, um 1680/90. Ignaz Elhafen (1658–1715).
© LIECHTENSTEIN. The Princely Collections, Vaduz–Vienna, Inv.-Nr. SK 510. 
 
     
     
Orpheus mit Harfe auf einem Baumstrunk
Silber, mit Ausnahme der Figur vergoldet. 1613/15.
© LIECHTENSTEIN. The Princely Collections, Vaduz–Vienna, Inv.-Nr. SI 98. 
 
  Immerwährender Kalender.
Kupfer, vergoldet; Messing. Prag, kurz nach 1587.
Meister Erasmus Habermel (1550–1606).
© LIECHTENSTEIN. The Princely Collections, Vaduz–Vienna, Inv.-Nr. SK 1440.
     
     
Rechte Hentze aus der Rosenblatt-Garnitur von Kaiser Maximilian II. Blanker Stahl, Ätzstreifen schwarz und vergoldet, vergoldete Nieten, Hand- und Fingerschutz mehrfach geschoben. Landshut, 1571.
Meister Franz Grosschedel.
© LIECHTENSTEIN. The Princely Collections, Vaduz–Vienna, Inv.-Nr. WA 4310.