Museumsgeschichte

Die Ursprünge des Liechtensteinischen Landesmuseums gehen in das ausgehende 19. Jahrhundert zurück, als der Landesverweser (Regierungschef) Friedrich Stellwag von Carion (1852-1896) die Einrichtung eines Museums auf Schloss Vaduz plante. Carions erklärtes Ziel war es, noch vorhandene Kulturgüter zu retten. Fürst Johann II. von Liechtenstein unterstützte das Vorhaben. Die gesammelten Objekte konnten in Räumlichkeiten auf Schloss Vaduz ausgestellt werden, das damals noch nicht von der fürstlichen Familie bewohnt war. Seit 1901 wurde der damals gegründete Historische Verein für das Fürstentum Liechtenstein zum stärksten Förderer und Mentor des Landesmuseums.

Anfangs des 20. Jahrhunderts verlor das Museum seine Bleibe, weil das Schloss Vaduz eine umfassende Renovation erfuhr. Die Sammlung fand 1905 eine Unterkunft im neuen Regierungsgebäude in Vaduz. Die Räumlichkeiten mussten aber schon 1926 wieder geräumt und die Sammlungen ausgelagert werden. Seit dem Herbst 1929 waren sie wieder im Schloss Vaduz untergebracht. Als 1938 die fürstliche Familie ihren Wohnsitz von Wien nach Vaduz verlegte, bedeutete das die Verlegung der Sammlungen in mehrere andere Gebäude.

Erst der Bau der neuen Landesbank in Vaduz in den frühen 50er Jahren ermöglichte es, im oberen Stockwerk des Bankgebäudes Platz für das Landesmuseum zu schaffen. An Pfingsten 1954 fand die Eröffnung des Museums statt. Zwölf Jahre später musste das Landesmuseum das Landesbank-Gebäude wieder verlassen und die Sammlungen in anderen Häusern unterbringen.

Anfangs der 70er-Jahre schliesslich  konnten das Landesmuseum und seine Sammlungen ein renoviertes historisches Gebäude in Amtsviertel von Vaduz beziehen, die ehemalige herrschaftliche Taverne zum Adler. Am 15. April 1972 fand die Feier zur Wiedereröffnung des Liechtensteinischen Landesmuseums statt. Im Mai 1972 wurde die Stiftung Liechtensteinisches Landesmuseum ins Leben gerufen.

Das Jahr 1992 brachte eine neue Zäsur in die Geschichte des Landesmuseums. Die Errichtung der Zusatzbauten der dem Museum gegenüberliegenden Landesbank führten zu massiven Schäden am Museumsgebäude, was die Schliessung des Museums und Evakuierung der Sammlungen zur Folge hatte. Jahre des Zuwartens folgten. Ein Lichtblick war 1994 die Eröffnung des bäuerlichen Wohnmuseums in Schellenberg als eine Aussenstelle des Landesmuseums.
Im Mai 1998 konnte der Architekturwettbewerb "Erweiterung und Renovation Liechtensteinisches Landesmuseum" abgeschlossen werden. Am 28. September 1999 erfolgte der Spatenstich, im Oktober gleichen Jahres begannen die Bauarbeiten.

Die Neueröffnung des Liechtensteinischen Landesmuseums fand am 28. November 2003 statt. Das Museum umfasst nunmehr drei Gebäude, von denen das alte Landesmuseum und das baulich angeknüpfte historische Landesverweserhaus die kulturgeschichtlichen Ausstellungen beherbergen. Im neuen Erweiterungsbau sind die naturkundliche Ausstellung, die Medienräume, Schulungsraum mit Mikroskopen und Infrastruktur, der Wechselausstellungsbereich und der Kulturgüterschutz untergebracht.

Eine 2004 erschienene Publikation über Geschichte, Sammlungen, Ausstellungen und Bauten des Landesmuseums ist im Museumsshop und im Buchhandel erhältlich, ebenso ein gedruckter Führer durch das Museum (deutsch und englisch).