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Die Welt der Ili Kronstein
Sonderausstellung im Liechtensteinischen Landesmuseum, Vaduz,
in Zusammenarbeit mit dem Jüdischen Museum Wien
31. Mai 2005 bis 6. November 2005

Im
Mai 1945 endete der II. Weltkrieg in Europa, das nationalsozialistische
Deutsche Reich war niedergerungen. Millionen von Menschen hatten ihre
Heimat verloren, waren vertrieben, verschleppt oder ermordet. Das
verschont gebliebene Fürstentum Liechtenstein war das Ziel vieler
Flüchtlinge gewesen.
1938,
nach dem «Anschluss» Österreichs an das Deutsche Reich, floh die
jüdische Künstlerin Ili Kronstein mit ihren Töchtern Gerda und Nora vor
den Nationalsozialisten von Wien nach Liechtenstein, wo ihr Mann die
«Franziskus»-Apotheke betrieb. Nach kurzer Zeit fing sie ohne ihre
Familie in Südfrankreich ein neues Leben an, war aber immer wieder in
Vaduz. Die ausgestellten Bilder zeigen ihre damals rasante künstlerische
Entwicklung. Nach ihrer Erkrankung 1940/41 zeichnete sie 1943 ihre
letzten Werke. Sie starb 1948 in Zürich.
Aus
welcher Zeit stammen die Bilder, die Sie in der Ausstellung sehen?
Selten sind die Bilder signiert und datiert, und über dargestellte
Personen wissen wir wenig. Die geringe Papierqualität legt den Schluss
nahe, dass fast alle gezeigten Bilder in den ärmlichen Emigrationsjahren
1938-1943 entstanden sind.
Die
Ausstellung streift auch die Geschichte der Familie Kronstein in
Liechtenstein und gibt Einblicke in die Lebenswerke der beiden Töchter
Gerda Lerner und Nora Kronstein-Rosen, die den mutigen Weg von Ili
Kronstein fortsetzten. Gerda Lerner lebt seit 1939 in den USA und ist
heute die bedeutende Grand Dame der Frauengeschichtsschreibung. Nora
Kronstein-Rosen lebt seit 1962 in Israel und ist eine renommierte
Textildesignerin und bildende Künstlerin.
«Die
Welt der Ili Kronstein» umfasst viele Facetten. Zentral sind Ili
Kronsteins Werk 1938-1943, ihre Persönlichkeit und Biographie, wie auch
das Werk ihrer Töchter. Die Ausstellung geht den Leistungen und
Beziehungen dieser Familie nach, deren Schicksal für dasjenige vieler
Flüchtlingsfamilien der Dreissiger- und Vierzigerjahre des letzten
Jahrhunderts steht. (ab/wh)

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