Veranstaltungsdetail
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Mittwoch, 02.10.2019
18:00 - 19:00 Uhr
Landesmuseum
Vortrag
50 Jahre Kosmische Post und mit Apollo zum Mond beförderte Post
Mit Dieter Falk, Zürich (CH) und Charles Keller, Schaffhausen (CH), Gesellschaft der Weltall-Philatelisten

Am Mittwoch, 2. Oktober 2019, um 18.00 Uhr, würdigt Dieter Falk das Jubiläum 50 Jahre Kosmische Post und Charles Keller stellt Ihnen die sogenannten Mondbriefe vor. Diese Vorträge der beiden Astrophilatelisten im Liechtensteinischen Landesmuseum finden in Kooperation mit der Gesellschaft der Weltall-Philatelisten statt.

50 Jahre Kosmische Post
Wussten Sie, dass es auf den sowjetischen Raumstationen Saljut, Mir und auf der Internationale Raumstation (ISS ) offizielle Postbeamte und Postbüros mit amtlichen Poststempeln gab bzw. gibt? Briefe, die an / in Raumstationen geschrieben, signiert und abgestempelt werden (Bordpost), sind aber nur eine Form Kosmischer Post. Die erste Postzustellung im Weltall fand am 14. Januar 1969 statt, weshalb dieser Tag als Beginn der Kosmischen Post gilt. Dieter Falk wird in seinem Vortrag erläutern, was sich an diesem Tag an Bord der beiden sowjetischen Kapseln Sojus 5 an Sojus 4 ereignete. Beim Thema Bordpost nicht fehlen darf natürlich auch die erste liechtensteinische Weltraumpost zur ISS, ein Brief von Regierungschef Adrian Halser aus dem Jahr 2015.

Dieter Falk ist ein ausgezeichneter Sachverständiger und Sammler von Kos-mischer Post. Aufgrund seiner Leidenschaft und vor allem seiner Ausdauer gelang es ihm, mit Kosmonauten in Briefkontakt zu treten. Zahlreiche Briefe sind von ihm in die damalige DDR und Sowjetunion geschickt worden, bis die angeschriebenen Adressaten sich einmal melden durften oder konnten. So entstanden über Jahrzehnte einige bemerkenswerte (Brief-)Freundschaften. Später wurden die Briefe von Dieter Falk direkt zum Arbeitsort der Kosmonauten in den Weltraum weitergeleitet und von diesen, mit amtlichen Poststempeln versehen, beantwortet. So hat Falk in seinem irdischen Briefkasten ausserirdische Post vorgefunden.

Mit Apollo zum Mond beförderte Post
Im zweiten Teil der Veranstaltung stellt der Astrophilatelist Charles Keller die sogenannten Mondbriefe vor. Sie sind verbunden mit einem Skandal rund um die US-amerikanische Mission Apollo 15. Die drei Astronauten David Scott, Alfred Worden und James Irwin nahm 1971 mehrere hundert Briefumschläge mit Briefmarken, die am Start- sowie am Landetag auf der Erde postalisch bearbeitet wurden, mit auf ihre Reise zum Mond. Das Pikante an der Sache war, dass die Astronauten fast 400 dieser Umschläge vor dem Start nicht angemeldet hatten. Sie wären verpflichtet gewesen, jeden mitgenommenen persönlichen Gegenstand genehmigen zu lassen. Die NASA erfuhr davon, berücksichtigte Scott, Worden und Irwin künftig nicht mehr bei Flügen und verschärfte die Bestimmungen für das Mitnehmen von persönlichen Gegenständen.

Charles Keller begann als Zehnjähriger, Briefmarken zu sammeln. Während der Schulzeit erwachte zudem sein Interesse für das Weltall und dessen Erforschung mittels der Raumfahrt. Während der von den USA und der Sowjetunion gemeinsam durchgeführten Mission Apollo-Sojus im Jahr 1975 entschied sich Keller, das Sammeln von Briefmarken mit der Raumfahrt zu verbinden. Diese Symbiose hat ihn bis heute nicht mehr losgelassen.

Sonderausstellung «50 Jahre Mondlandung»
Die Vorträge finden im Rahmen der Sonderausstellung «50 Jahre Mondlan-dung – Philatelistische Leckerbissen über die Eroberung des Weltraums» statt, die in Kooperation mit der Gesellschaft der Weltall-Philatelisten noch bis zum 10. November 2019 im Postmuseum Liechtenstein zu sehen ist. Ausgestellt sind darin u. a. auch drei Mondbriefe sowie Post mit Bordstempeln der Raumstationen Mir und ISS, darunter die erste liechtensteinische Weltraumpost zur ISS.


Die beiden Referenten: Dieter Falk (links) und Charles Keller von der Gesellschaft der Weltall-Philatelisten. © Liechtensteinisches Landesmuseum (Foto: Sven Beham)

In Kooperation mit: Gesellschaft der Weltall-Philatelisten