Veranstaltungsdetail
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Mittwoch, 03.06.2015
18:00 - 19:00 Uhr
Landesmuseum
Vortrag
1799 – die Franzosen im Land
Der Zweite Koalitionskrieg 1798–1802 und Liechtenstein
Mit lic. phil. Arthur Brunhart, Historiker, Balzers


Am Mittwoch, 3. Juni 2015, um 18.00 Uhr, hält der Historiker Arthur Brunhart im Landesmuseum einen Vortrag über die Auswirkungen des Zweiten Koalitionskriegs (1798–1802) auf Liechtenstein.

Die Französische Revolution 1789 war der Ausgangspunkt einer Entwicklung, die innert weniger Jahre zu einer politischen Neuordnung Westeuropas führte. Seit 1792 kämpften die europäischen Monarchien in wechselnden Koalitionen gegen die Verbreitung der revolutionären Ideen von „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ und die Expansion der französischen Republik, an deren Spitze seit 1799 Napoloen Bonaparte stand. Das Heilige Römische Reich Deutscher Nation ging unter und mit ihm Hunderte kleiner Länder des Reichs. In der Schweizer brach die morsche Eidgenossenschaft in sich zusammen, Revolution und Umbruch folgten. Der „Freiheitsteufel“ ergriff die Untertanen in den gemeinen Herrschaften im benachbarten linksrheinischen Schweizer Rheintal, wo man Freiheitsbäume aufstellte und die Befreiung feierte.
In dieser unerhörten Entwicklung blieb das Fürstentun Liechtenstein am rechten Rheinufer im österreichischen Einflussgebiet zwar bestehen, wurde jedoch im 2. Koalitionskrieg 1799–1802 Opfer des Krieges. Die Veränderungen in Europa hatten auch für dieses Land aussen- und innenpolitisch einschneidende Folgen. Durch den Entschluss Napoleons, Liechtenstein in den Rheinbund aufzunehmen, kam das bisher reichsunmittelbare Liechtenstein in den Rang eines souveränen Staats. Die Folge war eine beispiellose Reformphase, die alle staatlichen Bereiche umfasste.
In seinem Vortrag skizziert der Balzner Historiker Arthur Brunhart kurz diese Entwicklungen und wirft vor allem einen Blick auf das Kriegsjahr 1799 in Liechtenstein, in welchem das wirtschaftlich am Boden liegende Fürstentum und die darbende Bevölkerung fast unerträgliche Belastungen und Schädigungen zu erleiden hatten.
Die Veranstaltung wird vom Historischen Verein für das Fürstentum Liechtenstein gemeinsam mit dem Liechtensteinischen Landesmuseum durchgeführt.


Votivbild aus dem Jahr 1797 des Malers Mathias Jehly aus Bludenz. Es zeigt ein Lager österreichischer Soldaten neben der Kapelle Maria zum Trost auf Dux in Schaan. 1796 rückten rund 700 österreichische Soldaten in Liechtenstein ein und lagerten auf Dux. © Liechtensteinisches Landesmuseum (Foto: Sven Beham).