Veranstaltungsdetail
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Freitag, 17.11.2017
18:00 - 19:00 Uhr
Landesmuseum
Vortrag
Ägypten in Wien – Österreich vor den Pyramiden
Mit Dr. Regina Hölzl, Ägyptologin und Direktorin der Ägyptisch-
Orientalischen Sammlung des Kunsthistorischen Museums Wien


Am Freitag, 17. November 2017, um 18.00 Uhr hält die Ägyptologin Dr. Regina Hölzl im Liechtensteinischen Landesmuseum einen Vortrag. Darin gibt die Direktorin der Ägyptisch-Orientalischen Sammlung des Kunsthistorischen Museums Wien Einblicke in die Entstehung und Entwicklung dieser überaus wichtigen Sammlung.

Die Ägyptisch-Orientalische Sammlung des Kunsthistorischen Museums in Wien zählt zu den bedeutendsten Sammlungen ägyptischer Altertümer. Bereits im 16. Jahrhundert begann das Haus Habsburg mit dem Ankauf altägyptischer Denkmäler für seine Schatz- und Wunderkammer. Wirkliches Sammeln ägyptischer Altertümer setzte in Europa allerdings erst im 19. Jahrhundert ein und auch die Wiener Sammlung wurde durch gezielte Ankäufe, aber auch durch private Schenkungen kontinuierlich vergrössert.

Die meisten Neuerwerbungen im frühen 20. Jahrhundert erfolgten hingegen durch archäologische Grabungen, insbesondere durch die Grabungen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in Giza. Dieses weitläufige Gräberfeld mit den gewaltigen Pyramiden von Cheops, Chephren und Mykerinos zählt zu den wichtigsten Nekropolen des ägyptischen Alten Reiches (ca. 2687–2165 v. Chr.).
Vor etwas über einhundert Jahren – im Jänner 1912 – begann ein österreichisches Grabungsteam mit der Freilegung von Beamtengräbern westlich der Cheops-Pyramide. Die erfolgreichen Grabungen dauerten (mit einer kriegsbedingten Unterbrechung) bis 1929 und erbrachten eine Vielzahl an Kunstwerken, kulturgeschichtlichen Zeugnissen sowie Informationen zum Grabbau und zum Jenseitsglauben der Alten Ägypter.
Ein grosser Teil der Funde verblieb in Ägypten, doch gelangten im Rahmen der offiziellen Fundteilung auch zahlreiche Statuen, Reliefs, Särge und andere Grabausstattungsgegenstände aus Giza nach Wien in das Kunsthistorische Museum.

Dr. Regina Hölzl stammt aus Vorarlberg. Seit 2008 ist sie Direktorin der Ägyptisch-Orientalischen Sammlung des Kunsthistorischen Museums Wien. Während ihres Ägyptologie-Studiums an der Universität Wien nahm sie an archäologischen Grabungen in Österreich, Liechtenstein und Ägypten teil und absolvierte längere Forschungsaufenthalte in Grossbritannien und den USA. Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählt u.a. die Bearbeitung der Funde und des Archivmaterials der frühen österreichischen Grabungen in Ägypten und Nubien (Sudan).

Der Vortrag findet im Rahmen der Sonderausstellung «Faszination Pyramiden» statt, die bis zum 14. Januar 2018 im Liechtensteinischen Landesmuseum zu sehen ist und in der auch Leihgaben aus der Ägyptisch-Orientalischen Sammlung des Kunsthistorischen Museums Wien präsentiert werden. Zu diesen gehören beispielsweise der einzige fast vollständig erhaltene Stucküberzug eines menschlichen Körpers aus Giza, der eine Vorstufe der Mumifizierung zeigt, und verschiedene Statuen und Statuetten aus dem Alten Reich.