Bruno Kaufmann als Briefmarkengestalter

Der 1944 geborene Bruno Kaufmann aus Balzers ist einer der bedeutendsten lebenden zeitgenössischen Künstler des Fürstentums Liechtenstein. Mit 25 umgesetzten Briefmarkenentwürfen seit 1974 hat er einen wichtigen Beitrag für die liechtensteinische Philatelie der letzten 40 Jahre geleistet.

Kaufmann studierte in Zürich und Berlin Kunst und Pädagogik. Er ist seit 1970 als freier Künstler tätig. Daneben arbeitete er als Werbe- sowie Industriefotograf in Berlin sowie in Liechtenstein und unterrichtete von 1987 bis 2003 am Liechtensteinischen Gymnasium in Vaduz. Grosse Verdienste erwarb er sich mit der Gründung der Kunstschule Liechtenstein 1993, der er bis zu seiner Pensionierung 2008 als Direktor vorstand.

Bruno Kaufmanns Schaffen zeichnet sich durch eine grosse Vielseitigkeit aus. Seine Malerei ist dem Rationalen verpflichtet und zeigt Einflüsse von Minimal Art sowie Konstruktiver und Konkreter Kunst. Sein künstlerisches Oeuvre umfasst zudem Grafik, Briefmarkengestaltung, Fotografie und Objekte. Er hat verschiedene Kunst-am-Bau-Projekte umgesetzt.

Die Retrospektive im Postmuseum umfasst rund 70 ausgesuchte Exponate. In der Sammlung des Postmuseums befinden sich alle Originalentwürfe zu den 25 von Bruno Kaufmann gestalteten liechtensteinischen Briefmarken sowie viele weitere, nicht umgesetzte Entwürfe. Die meisten dieser Werke sind bisher noch nie in einer Ausstellung gezeigt worden. Besonders  hervorzuheben sind die Originalentwürfe, Probedrucke und Marken der von Bruno Kaufmann für die Olympischen Sommerspiele 1980 in Moskau gestalteten drei Briefmarken. Wie auch viele andere Staaten boykottierte Liechtenstein diese Olympischen Spiele wegen des Ende Dezember 1979 erfolgten Einmarsches der Sowjetunion in Afghanistan. Die Regierung beschloss auf Anregung aus dem Landtag hin, alle Briefmarken zu den Olympischen Spielen 1980 zu vernichten. Diese «Einstampfaktion» gelang allerdings nicht vollständig.

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