1719 – 300 Jahre Fürstentum Liechtenstein

Die Historie

2019 feiert das Fürstentum Liechtenstein den 300. Jahrestag seiner Gründung. Am 23. Januar 1719 erhob Kaiser Karl VI. auf Anfrage von Fürst Anton Florian von Liechtenstein die Herrschaft Schellenberg und die Grafschaft Vaduz zum Reichsfürstentum Liechtenstein. Mit der Gründung des Landes war eine wichtige Grundlage dafür geschaffen, dass das Haus Liechtenstein 1723 Sitz und Stimme im Reichstag des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation erhielt.
Die faszinierende Geschichte der Gründung und Fortführung des Reichsfürstentums bis 1772 sowie die damalige Welt der Mächtigen illustrieren neben den prachtvollen Gründungsurkunden und weiteren bedeutenden Dokumenten zeitgenössische Gemälde, Stiche, Skulpturen, Porzellane und andere wertvolle Gegenstände, u. a. aus den Fürstlichen Sammlungen, dem Kunsthistorischen Museum und der Gemäldegalerie der Akademie der Bildenden Künste in Wien und den Staatlichen Kunstsammlungen aus Dresden.
 

Der Alltag

Nach dem Eintauchen in höfisches Ambiente tritt man in einen Raum ein, in dem das Alltagsleben um 1712 bis 1772 in Liechtenstein und in der näheren Umgebung beispielhaft vorgestellt wird. Es wird gezeigt, was für Geldwährungen zirkulierten, was man damals ass oder trank und welches Geschirr dafür zur Verfügung stand. Votivtafeln und Klosterarbeiten zeugen vom religiösen Leben in Liechtenstein, Dokumente sprechen von stattgefundenen Veränderungen. Man erfährt, welche neuen Genussmittel aufkamen und wo zuerst. Archäologische Funde aus Liechtenstein unterstreichen, welche Gegenstände damals vor Ort verwendet wurden.
 

Das Zeitalter der Aufklärung

Das Zeitalter der Aufklärung veränderte Europa gesellschaftlich wie auch wirtschaftlich. Wissen und Geschicklichkeit versprachen Aufstieg und Anerkennung. Zur Horizonterweiterung erhielten das Buch und Messinstrumente eine herausragende Stellung. Die wichtigsten Messinstrumente, Globen und Bücher erzählen eindrücklich über dieses Zeitalter; es führte zum Industriezeitalter und zu unserem neuen digitalen Zeitalter, das man auch als Zweites Zeitalter der Aufklärung bezeichnen könnte. Höhepunkte sind die Exponate aus dem Mathematisch-Physikalischen Salon in Dresden.
 


Begleitbuch zur Ausstellung

Zur Ausstellung erscheint das reich bebilderte Begleitbuch «1719 – 300 Jahre Fürstentum Liechtenstein» in Deutsch mit Zusammenfassungen in Englisch. Das Buch zählt 560 Seiten und 663 Illustrationen. In 50 Beiträgen beleuchten 37 Autorinnen und Autoren die Zeitspanne zwischen 1712 und 1772 unter verschiedenen Aspekten. Die Publikation ist im Museumsshop zum Preis von CHF 44.– erhältlich.


   
Kavalier in rotem Frack auf einem Apfelschimmel in der Levade. Maler Johann Georg von Hamiliton (1672–1737), 1713. LIECHTENSTEIN. The Princely Collections, Vaduz–Vienna, Inv. Nr. GE 1000 Foto: © LIECHTENSTEIN, The Princely Collections, Vaduz – Vienna.  Porträt des Fürsten Joseph Wenzel I. von Liechtenstein (1696—1772) Maler: Umkreis von Martin van Meytens (1695–1770), um 1750. LIECHTENSTEIN. The Princely Collections, Vaduz–Vienna, Inv.-Nr. GE 1154. Foto: © LIECHTENSTEIN, The Princely Collections, Vaduz – Vienna. 
   
   
Porträt des Fürsten Anton Florian I. von Liechtenstein (1656—1721), Unbekannter Meister, LIECHTENSTEIN. The Princely Collections, Vaduz–Vienna, Inv.-Nr. GE 1170. Foto: © LIECHTENSTEIN, The Princely Collections, Vaduz – Vienna  
   
   
Kaiser Karl VI. vereinigt die Grafschaft Vaduz und die Herrschaft Schellenberg und erhebt sie zu einem Reichs-fürstentum mit dem Namen Liechtenstein, Kaiser Karl VI. (HRR) (1685–1740), 1719. LIECHTENSTEIN. The Princely Collections, Vaduz–Vienna, Inv. Nr. UR 1719.01.23.1, Foto: © LIECHTENSTEIN, The Princely Collections, Vaduz – Vienna.  Amtsbotenschild Rheinberger
Foto: Vaduz, Liechtensteinisches Landesmuseum (Sven Beham).

  

   
   
Votivtafel vom Landammann Christoph Walser für die Kapelle Maria zum Trost auf Dux (Schaan) als Dank für die Heilung nach dem Sturz am 10. Oktober 1718 vom Torkelbett in seinem Torkelhaus, das im Innern dargestellt ist. Links am Weg betet kniend der Landammann. Auf der Giebelseite des Torkelhauses ist sein Wappen zu sehen. Darüber in den Wol-ken schwebt Maria in der Mitte, umgeben vom Apostel Johannes und Christophorus mit dem Jesuskind, die Schutz- und Namenspatrone des Landammanns sind. Vaduz, Liechten-steinisches Landesmuseum, Inv. Nr. Votivtafel Nr. 15. Foto: Vaduz, Liechtensteinisches Landesmuseum (Sven Beham).