Natura Morta – Oliver Mark

Oliver Mark zählt im deutschsprachigen Raum zu den bekanntesten Porträtfotografen. Er nahm viele berühmte Persönlichkeiten aufnahm wie Angela Merkel, Joachim Gauck, Papst Benedikt XVI., Tom Hanks, Anthony Hopkins, Cate Blanchett, George Lucas, Umberto Eco, Jeff Koons und viele andere. Doch widmet er sich fotografisch zusätzlich zu den Porträts auch anderen Themen.

Die Serie NATURA MORTA von Oliver Mark ist in der Asservatenkammer des Bundesamtes für Naturschutz in Bonn im Jahre 2015 entstanden. Die Idee war es Leopardenschädel, Elfenbeinschnitzereien, Produkte aus Krokodilen oder Schildkröten, Riesenmuscheln oder Korallen, geschützte Tier- und Pflanzenteile, Schirmständer aus dem Fuss eines Afrikanischen Elefanten, Erzeugnisse aus Nashorn, Kleidungsstücke aus Schlangenleder, Musikinstrumente aus kostbaren tropischen Hölzern, die u. a. vom Zoll beschlagnahmt wurden, von dem bekannten Fotografen Oliver Mark so zu fotografieren, dass die Produkte durch Beleuchtung (altmeisterliches Tageslicht nur durch einen Spalt beleuchtet) und die Auswahl der Hintergründe erst einmal ein Verlangen zum Ansehen beim Betrachter erzeugen sollen. Ein Verlangen deshalb, weil die Bilder gesehen werden sollen! Oftmals wurden diese Gegenstände teils ahnungslosen Touristen abgenommen, die sie als Andenken auf ihren Auslandsreisen erworben hatten und gar nicht wussten, was genau sie da eingekauft hatten. Das Ziel ist es, dass beim Anschauen von zwei, drei oder mehreren Bildern langsam ein Nachdenken, im besten Fall über Artenvielfalt, Kaufverlangen, Reisesouvenirs oder Schmuggelware einsetzt und damit auf den notwendigen Artenschutz aufmerksam gemacht wird. Derzeit haben 181 Staaten, darunter auch Liechtenstein, das „Washingtoner Artenschutzabkommen“ (CITES) unterzeichnet und schützen damit etwa 35.000 Tier- und Pflanzenarten.

Zum Begriff Natura Morta
Der Begriff „Natura Morta“ (= „tote Natur“) wurde im 17. und 18. Jahrhundert im Niederländischen zu „stil leven“ und im Deutschen zu „Stillleben“. Damit hatte er sich vom Lateinischen bzw. Italienischen entfernt, obwohl er Ähnliches, aber nicht Identisches ausdrücken wollte, wenn man Leben mit Existenz oder Dasein und still mit unbewegt, also tot, verbindet. Oliver Mark wählte daher bewusst den ursprünglichen lateinischen Begriff, um den Gegensatz zwischen Natur = Leben und tot = gestorben zu betonen. Was man auf seinen Fotografien entdeckt, lebte einst und wurde in der Regel oft von Menschenhand mitten im Leben stehend getötet. Zusätzlich wird durch Natura Morta der Fokus stärker auf die Tiere und Pflanzen gelegt und der Mensch in den Hintergrund gesetzt, auch wenn er selbstverständlich Teil der Natur ist, aber eben nur ein kleiner Teil im Vergleich zur vielfältigen Natur.

Zum Fotografen
Oliver Mark lebt und arbeitet in Berlin und fotografierte u. a. für Rolling Stone, Der Spiegel, SZ-Magazin, Stern, Time Magazine, Vanity Fair, Vogue und Die Zeit. Er hatte Einzelausstellungen u. a. in Berlin, Hamburg, München, Vaduz, Dublin und Frankreich. Ferner war Oliver Mark in Gruppenausstellungen wie beispielsweise „In Szene gesetzt. Aus Porträts werden Kleider“ im Lindenau-Museum Altenburg beteiligt sowie beim „Photographic Portrait Prize“ der National Portrait Gallery in London oder bei der Ausstellung „40 Jahre ZEITmagazin“ in Hamburg vertreten. Der 1963 in Gelsenkirchen geborene Fotograf erfasst in eindrucksvoller Weise das Wesen seines Gegenübers und setzt es mit seiner Kamera ins Licht. Er steht damit in der Tradition der kunsthistorischen Gattung Porträt, die früher den Malern vorbehalten war. Was in vergangenen Epochen in Repräsentationsporträts der Schönen und Mächtigen mit Pinsel und Farbe festgehalten wurde und heutzutage in internationalen Gemäldegalerien zu sehen ist, setzt Oliver Mark in seinen fotografierten Porträts fort. Künstler, Architekten, Musiker, Manager, Politiker und Sportler bannte er u. a. mit seiner Kamera und gab ihnen mit seiner Fotokunst ein Image in den Medien.

Oliver Mark fotografierte neben vielen anderen Persönlichkeiten Papst Benedikt XVI., Benazir Bhutto, Cate Blanchett, Umberto Eco, Mia Farrow, Joachim Gauck, Martina Gedeck, Tom Hanks, Dustin Hoffman, Udo Jürgens, Jeff Koons, Jerry Lewis, George Lucas, Marilyn Manson, Angela Merkel, Yoko Ono, Anthony Hopkins, Wolfgang Schäuble, Luca di Montezemolo, Sir Ridley Scott, Sir Peter Ustinov und Madeleine Albright.

Die Ausstellung findet in Kooperation mit der Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste Wien und dem Naturhistorischen Museum Wien statt, wo die Arbeiten vom 26. April bis 23. Juli 2017 gezeigt werden.

   

Natura Morta 01 

© Oliver Mark

 

Natura Morta 08 

© Oliver Mark

   
Natura Morta 09
© Oliver Mark
 Natura Morta 13
© Oliver Mark
   
Natura Morta 29
© Oliver Mark
 Natura Morta 48
© Oliver Mark
   
Natura Morta 33
© Oliver Mark
 Natura Morta 14
© Oliver Mark